Mittwoch, 14. Januar 2009

China

Nach langer Abwesenheit möchte ich mich nun an dieser Stelle noch mal melden bevor ich dann auch schon bald nach langer Reise wieder nach Good Old Germany zurückkehren werde. Das ich mich solange nicht gemeldet habe, liegt zum einen an einer kleinen Weihnachtspause, die ich mir mal gegönnt habe, zum anderen daran, dass ich hier in China nicht immer einen funktionierenden Internetanschluss hatte.

Also nun zu China..

angekommen in Shanghai nach 2 Tagen im Flugzeug fuhren wir zunächst gleich mit dem Transrapid (Wird hier Maglev = magnetic levitation genannt ) in die Stadt. Der erste Eindruck, den ich dann von China bekam, wird auch der sein, den ich wieder mit nach Deutschland nehmen werde. Ein Land, in dem, wie es auch Sinas Vater so treffend gesagt hat, "der Tiger los ist". Vor allem in Shanghai spürt man regelrecht die wirtschaftliche Dynamik und kann den hochsprießenden Wolkenkratzern förmlich beim wachsen zusehen. Es ist auch erstaunlich sauber geputzt, und nicht wie verdreckt, wie es in so manchen Vorurteilen heißt. Vor allem der Kontrast zu Südamerika ist extrem. Sind in Buenos Aires von 5 Bauarbeitern meist vier am zusehen, was der eine wirklich arbeitende macht, sieht das Bild hier absolut anders aus. Es ist mir nun auch absolut klar, dass wir in Deutschland bzw. in der ganzen westlichen Welt entweder jetzt wieder aufwachen und anpacken müssen oder gleich in einen länger anhaltenden Schlaf fallen werden… so viel zu China im allgemeinen an dieser Stelle..



Sina und Ich sind dann nach zwei Tagen schlafen und einer kleinen Sightseeing Tour weiter nach Hanghzou gefahren, um dort Weihnachten in einer Wohnung einer Freundin Sinas zu verbringen. Da die Weihnachtsstimmung in der Stadt ziemlich gering war, mussten wir zunächst für entsprechende Stimmung zumindest in der Wohnung sorgen und sind dafür in die Metro gefahren um uns tatsächlich eine Christbaum sowie zugehörigen Schmuck zu kaufen. Der 2 Meter hohe Baum war wirklich derart schön, dass wir uns im Moment grade noch überlegen, ob wir ihn nicht per Post nach Deutschland schiffen lasse.



Mir war die ersten Tage in China ziemlich kalt muss ich sagen. Temperaturen von um die 0 Grad waren ein ziemlicher Schock nach den letzten Sommertagen mit 30 Grad in Santiago. Unter anderem deshalb sind wir die Weihnachtstage über nur für das allernötigste aus dem Haus gegangen sind und ich konnte mich von den vorangegangenen Strapazen wieder etwas erholen.

Sylvester sind wir dann zum ersten mal wieder losgezogen und zwar wieder zurück nach Shanghai. Ganz spontan konnten wir am Sylvesterabend zuerst noch ein kleines Konzert an der Musikhochschule besuchen, bei dem wir mit Strauß und Co aufs neue Jahr eingestimmt wurden. Da die Zeit für einen Dusche vorher nicht mehr gereicht hat, mussten wir anschließend noch kurz zurück, bevor wir zeitlich relativ knapp zum JinMao Tower aufgebrochen sind um in der dortigen Grand Hyatt Hotelbar Sylvester 400 Meter über Grund zu verbringen. Es war wirklich erstaunlich, auf welche geringe Höhe die Feuerwerksraketen steigen, es so so winzig aus von da oben! Schön an dem Abend unter den Reichen der Reichen (Man glaubt es nicht, welche Typen wie vie Geld haben können..) war auch, dass wir im Grunde mit Glück und etwas Dreistigkeit kein Geld gebrauch haben und trotzdem am Sektempfang und der anschließenden Party teilnehmen durften!



Den ersten Tag im neuen Jahr haben wir dann mit einem wirklich ausgiebigen Shopping verbracht! Wer mich kennt wird sich an dieser Stelle wundern, doch ich hatte wirklich Spaß dabei. Insgesamt haben wir uns einen Mantel, einen Anzug und zwei Hemden für mich sowie zwei Ballkleider und ebenfalls einen Anzug für Sina für einen Gesamtpreis von zirka 200 Euro maßschneidern lassen. Die Sachen passen echt perfekt und ich freu mich nun schon auf die nächste Gelegenheit, mal wieder einen Anzug tragen zu können!

Nach ein paar Tagen Zwischenstop wiederum in Hangzhou habe wir uns dann noch einmal auf einen kleinen Trip begebeben. Es ging mit dem Nachtzug zunächst nach Peking, um dort ein bisschen Sightseeing zu betreiben. Im Zug gabs wie es sich für anständige Chinesen gehört immer schön eine Packung Ramen:



Vor dem Tor der Harmonie in der verbotenen Stadt:


Eine Peking Ente haben wir uns natürlich auch noch gegönnt:


Anschließend sind wir wiederum mit einem Nachtzug hoch in den Norden gefahren, ins schon etwas russisch geprägte Harbin. Dort angekommen, gabs dann meinen zweiten Kälteschock. Bis zu -30 Grad mussten wir während der drei Tage dort eintragen. Warum man sich das antut? Gute Frage.. nein, im Ernst, es war absolut spannend zu sehen.

Orthodoxe Kirche in Harbin:


Die Highlight dort waren ein Eisskulpturen Festival, welches wir besucht haben sowie eine Park mit sibirischen Tigern. Zu den Eisskulpturen einfach mal ein paar Photos:



Sogar Neuschwanstein haben sie nachgebaut, alles Eis!


Der Tigerpark war auch ein absolutes Highlight. Wir wurden zusammen mit vielen Chinesen in einem Bus durch diesen Park gefahren, um die dort eingezäunten Tiger zu beobachten. Der Clou an dem Park war, dass man sich vor der Fahrt, zum Eintritt additional, lebende Tier kaufen konnte, welche dann den Tigern Live verfüttert wurden. Ein Hühnchen gab es schon für 5 Euro, für eine ganze Kuh hätte man 150 Euro berappen müssen. Wir haben das natürlich nicht gemacht, dafür aber die Chinesen. Und welchen Spaß sie dabei hatten. Das ganze lief folgendermaßen ab. Unser Bus hielt an einer Stelle, an welcher gerade ein paar Tiger gemütlich rumlagen. Dann kam ein Jeep angefahren, der Fahrer öffnete kurz sein Fenster und warf das flatternde Voglevieh raus, woraufhin sich die Tiger draufstürzten. Da es den Chinesen nach ein paar Hühnchen und Enten (Die leckeren Enten !!) zu langweilig wurde, begannen sie im Bus nochmal Geld zu sammeln, um dann mal was größeres zu sehen. Für eine Kuh hats nicht ganz gereicht, aber zumindest ein kleines Lämmchen gabs noch zu sehen. Ich denke, den Chinesen steht nicht viel ferner, als Vegetarismus, echt hardcore das ganze..

Kuschelig..


Die Preise:


Ein Hühnchen:


Und hier der Kampf um die Reste des Lämmchen:


Außerdem haben wir noch eine KZ ähnlich Gedenkstätte über die Greueltaten der Japaner vor und während des Kriegs angeschaut, was auch echt interessant war. Vor allem auch die Ähnlichkeit, welche dies Gebäude und alles mit den deutschen KZs hatte war erstaunlich.

Nach ein paar Tagen in der klirrenden Kälte sind wir dann auch wieder über Peking und Shanghai zurückgekehrt. Es war so kalt, das mir einmal sogar Wassertropfen an den Wimpern eingefroren sind..



In Peking haben wir dann noch einen kleinen Ausflug zur Mauer gemacht, was bei einer China Reise ja natürlich nicht fehlen darf:




Am Bahnhof war die absolute Hölle los, ich war anschließend echt erschöfft, körperlich und mental..


Sina beim Kauf ihrer geliebten Süßkartoffel:

Auch die Straße lebt hier:


Zum Abschied gab es in Shanghai noch wirklich absolutes Highlight. Wir sind auf den gerade erst eröffneten SWFC Tower gefahren. Die dortige Aussichtsplatform ist mit 464 die derzeit höchste der Welt. Dies war nochmal ein richtiger Eindruck von China, dem Land der Zukunft und der schon heutigen Superlative! Es bleibt spannend!

Blick RUNTER auf den 421 Meter hohen Jin-Mao Tower



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